Freitag 14. Dezember 2018

Erfolge aus dem UKI

 

 Bild:l:Stefan Zuba,r:Mojtaba Hosseyni

 

Um eine Art Selbstständigkeit vorher abzutesten, darum geht es auch bei dem Eurest Lehrlingscasting „Cook Mania“, erzählt Frau Buchgraber.

 

Neben einer kurzen Vorstellung der eigenen Person müssen die angehenden Lehrlinge vor Publikum in einem kleinen Assessmentcenter einfache Tätigkeiten in der Küche verrichten und in einer Aufgabe auch beweisen, dass sie im Team arbeiten können.

Mojtaba war damals nicht dabei. Trotzdem hat er eine Chance bekommen. Jetzt ist er im 2. Lehrjahr und marschiert mit großen Schritten auf den Abschluss zu.

 

Natürlich wird die Prüfung nicht einfach werden. Aber die Lehrlinge werden für die Prüfung sehr gut vorbereitet, da gibt es für alle Lehrlinge ein gemeinsames Coaching. Es gibt Vorbereitungskurse von der Berufsschule und einen den wir für unsere Lehrlinge organisieren, erzählt Frau Buchgraber.

 

Am Eurest-Standort in der Gföllnergasse 17, im Betriebsrestaurant von Bosch, traf ich Mojtaba Hosseyni, einen ehemaligen Pflichtschulabsolventen von UKI, seinen Ausbildner Stefan Zuba und die Lehrlingsbeauftragte Anna Buchgraber zu einem kurzen Interview.

Herzlichen Dank dafür!

(Interview & Text: Mag. Eva Schröder; freigegeben von Anna Buchgraber, Stefan Zuba & Mojtaba Hosseyni)

  

„Kochen! Jeden Tag neue Gerichte. Das macht mir wirklich Spaß.“

sagt Mojtaba Hosseyni auf die Frage, was an seinem Beruf ihm am meisten Spaß macht.

 

Derzeit gibt es 30 Lehrlinge in 3 verschiedenen Lehrberufen und in 12 Lehrbetrieben, die bei Eurest ausgebildet werden. Eine gute Ausbildung und viele Chancen zur persönlichen und beruflichen Entwicklung. Hier wird Lehrlingscoaching großgeschrieben.

Ein Lehrlingstag alle drei Monate, das Lehrlingscasting „Cook Mania“ oder ein „On Boarding“ neuer Lehrlinge auf einer Hütte, das alles plant und koordiniert Anna Buchgraber, die Lehrlingsbetreuerin bei Eurest.

 

Herr Zuba erklärt uns, der achtsame Umgang mit den MitarbeiterInnen gehöre ebenso zur Firmenphilosophie wie die Sensibilität für Geschmack und Frischküche. „Weil wir wissen, dass nur motivierte MitarbeiterInnen gute Leistung bringen können und unsere KundInnen zufriedenstellen.“

 

Gut motiviert ist auch Mojtaba Hosseyni, der fast unmittelbar im Anschluss an den Pflichtschulabschlusskurs, den er bei UKI 2016 besucht hat, ab Jänner 2017 eine Lehre bei Eurest beginnen konnte.

 

Die Berufsschule ist schwer, sagt er, aber er lernt fleißig, hilft seinem Ausbildner Herrn Zuba manchmal als Dolmetscher aus und in den guten Phasen ist er sich sicher, dass er seine Träume verwirklichen wird.

„Es kommt nicht oft vor, dass Lehrlinge schon so genau wissen, wohin sie nach dem Lehrabschluss wollen,“ sagt Herr Zuba. Dass Mojtaba als Koch auf ein Schiff gehen will, beeindruckt uns alle.

Die Welt kennen lernen, das möchte er.

Mitverantwortlich für diese reife Haltung sei auch sein Alter, sagt Herr Zuba. In der Arbeitshaltung und bei der Einstellung zum Leben merke man deutlich, dass er schon viele Erfahrungen gemacht hat und nicht mehr 16 ist. Das könne natürlich auch bei der Ausbildung ein Vorteil sein.

 

 

Mit einer Lehrausbildung in eine gute Zukunft gehen, das möchte Javad.

 

„Wie unsere Personalleiterin gerne sagt: Wir machen in der Lehrlingsausbildung nicht nur die Pflicht, sondern auch die Kür“, sagt Josipa Basta, die Lehrlingsbeauftragte der Robert Bosch AG auf die Frage, was denn 2015 die Auszeichnung zum besten Lehrbetrieb möglich machte.

Sie nennt die beeindruckende Zahl von aktuell 95 Lehrlingen in 14 Lehrberufen bei Bosch in Österreich.

 

Wir besuchen Javad Hassani an seinem Arbeitsplatz. Dieser befindet sich im 3. Wiener Gemeindebezirk bei der Robert Bosch AG  im ersten Stock im Facility Management.

 

Er absolviert die Lehre zum Bürokaufmann, sein Einsatzbereich ist, wie er erzählt, sehr vielfältig: Er bereitet Besprechungen vor, kümmert sich um die Ausstattung der Räume, montiert Whiteboards und Bilder mit Hilfe von digitalen Messgeräten, wartet Luftbefeuchter, übernimmt Lieferscheine, er hat viel zu tun. Und es macht ihm Spaß.

 

Die netten Kolleginnen und Kollegen wissen seine Dienste zu schätzen, er liebt es, immer im Haus unterwegs zu sein und deren Anliegen prompt bearbeiten zu können. 

 

Wer hätte das gedacht, als Javad im Jahr 2016 im Vorbereitungskurs für den Pflichtschulabschluss bei UKI war. Da hatte er schon einen langen Weg hinter sich. Schon damals konnte die Projektbetreuung vom UKI Pflichtschulabschluss seinen unbedingten Willen erkennen, zu lernen und neue Kompetenzen und Fähigkeiten zu erwerben.

 

  

 Bild: l: Javad Hassani, r: Josipa Basta

 

Unterstützung erhielt er durch seinen Paten, den er bei Bosch durch das Projekt  „Support vor Ort“ [1] seit damals an seiner Seite hat.

 

Gute Noten hätte er, erzählt uns Frau Basta: „Javad ist selbstkritisch und möchte immer besser werden.“ Nach der Lehre die Matura, Aus- und Weiterbildung absolvieren, bei der Fa. Bosch bleiben können und weiterhin interessante Aufgaben haben dürfen, das wären so seine Zukunftspläne für die nächsten fünf Jahre.

Aktuell bildet Bosch sechs Lehrlinge aus, die in den letzten Jahren nach Österreich geflüchtet sind.

 

Sehr gute Erfahrungen hätte sie bisher mit diesen jungen Menschen gemacht, berichtet Frau Basta. „Unsere Lehrlinge sind sehr motiviert und engagiert. Sie wirken von Anfang an mit und übernehmen schnell Verantwortung. Sie sind ein wichtiger Teil unseres Unternehmens.“

 

„Das Leitmotiv „Technik fürs Leben“ ziehe sich durch alle Bereiche in unserem Unternehmen“, sagt Frau Basta.

 

„Jede und jeder – selbstverständlich auch unsere Lehrlinge – bei Bosch tragen dazu bei, mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und natürliche Ressourcen zu schonen. Bosch ist Technik fürs Leben.“

 

Javad nutzt seine Chancen und Möglichkeiten, die er in diesem Unternehmen bekommt, mit Freude, er findet es sehr schade, dass es nun viele junge Leute gibt, die trotz ihres Ausbildungsplatzes abgeschoben werden, denn damit nehme man ihnen ihre Ziele und ihre Zukunft.

(Interview & Text: Mag. Eva Schröder; freigegeben von R.Bosch und Javad Hassani))

 Veröffentlichung honorarfrei bei Namensennung ausschließlich für redaktionelle Nutzung., Johannes Zinner

Sozialminister Alois Stöger an das UKI

 

Die erfolgreiche berufliche Integration von MigrantInnen ist ein zentrales Anliegen der österreichischen Bundesregierung, um die Potenziale von Menschen mit Migrationshintergrund im Interesse aller Beteiligten noch besser nutzen zu können. Die nachhaltige Integration insbesondere jugendlicher MigrantInnen am österreichischen Arbeitsmarkt ist Voraussetzung für eine kohärente Weiterentwicklung unserer Gesellschaft und Wirtschaft.

 

Wir müssen danach trachten, diese hochqualifizierten Fachkräfte in unserem Land zu behalten und das Potenzial der Vielfalt einer Gesellschaft auszuschöpfen sowie individuelle Fähigkeiten, Talente und Erfahrungen zu fördern. Als Sozialminister sind mir die Bekämpfung von Diskriminierung und die Förderung von sozialer Inklusion sehr wichtige Anliegen, mittels gesetzlicher Bestimmungen und politischer Maßnahmen muss eine faktische Gleichstellung aller Menschen gesichert werden. Generell bedarf es aber hinsichtlich des Zuzugs nach Österreich und des Zugangs zum Arbeitsmarkt klarer Spielregeln. Wir müssen daher alles daran setzen, ein respektvolles, auf Toleranz, Akzeptanz und Verständnis fußendes Zusammenleben auf beiden Seiten zu fördern. Im Rahmen meines Verantwortungsbereichs werde ich mich weiterhin bemühen, diesen Prozess zu unterstützen und möchte hiermit dem Unterstützungskomitee zur Integration von MigrantInnen (UKI)  meinen größten Dank und meine Hochachtung für ihren wertvollen Beitrag für die österreichische Gesellschaft aussprechen.

 

 

Adolphus Joseph

Absolvent des BSB-Projekts

 

„Das UKI hat mir dabei geholfen meinen Traumjob zu finden.“

 

Adolphus wurde 1971 in Nigeria geboren und ist seit gut 10 Jahren in Österreich. Er ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder. Als kleiner Junge erkrankte er an Kinderlähmung. Da in Nigeria die medizinische Versorgung zur Heilung seiner Krankheit fehlte, leidet er heute noch an den Folgen.  2012, als Adolphus erstmals eine Arbeitsgenehmigung hatte, nahm er am BSB-Projekt teil.  Noch während des Kurses fand er seinen Traumjob bei Herold. Er fing mit einem 3-monatigen Praktikum an und bekam gleich im Anschluss eine Vollzeitanstellung im IT-Bereich. Obwohl er sehr nervös war, meisterte er das Vorstellungsgespräch mit Bravour. Nicht zuletzt auch dank unserer Projektbetreuerin Ulrike Schmidt: „Frau Schmidt hat mir geholfen wo es nur geht! Sie hat für mich diesen Job gefunden, mich auf das Gespräch vorbereitet und zum Interview begleitet.“ Er ist überzeugt: "das UKI hat mir dabei geholfen meinen Traumjob zu finden!" Nun ist er aus dem IT-Team von Herold nicht mehr wegzudenken. Adolphus Hobby ist Webdesign. Auf die Website, die er für die Community aus seinem Dorf in Nigeria gemacht hat, ist er besonders stolz: http://www.mbaiseunitedaustria.com/

 

 

 

 

Ali Jan

Absolvent der UKI Pflichtschule

 

„Alles, was ich für meine Lehre brauche, habe ich am UKI gelernt.“

 
 

Ali wurde 1991 in Gazny, Afghanistan geboren. Dort besuchte er bis zu seinem 10. Lebensjahr die Gesamtschule. 2008 kam er als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Österreich. Nachdem er zwei Jahre lang unterschiedliche Deutschkurse absolviert hat, schaffte er die Aufnahme in den UKI Pflichtschulabschluss. 2012 absolvierte er diesen erfolgreich. Ali hat subsidiären Schutz, er kann somit eine Lehre absolvieren und hat Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt. „Bevor ich im UKI Pflichtschulabschluss war, konnte ich weder gut Deutsch sprechen, noch schreiben. Ich habe alles am UKI gelernt.“ Besonders gut hat ihm gefallen, dass er hier viele Freundschaften schließen konnte. Auch die Lehrer waren sehr nett. „Am UKI sind alle Schüler und Schülerinnen wie Brüder und Schwestern.“ Nach dem UKI war Ali in einem Projekt von Lobby.16. Schließlich hat er im Oktober 2013 einen Lehrplatz bei Kapsch KG gefunden. Er absolviert hier eine Lehre zum Elektroniker. Er freut sich sehr darüber und hofft, dass er alle Prüfungen schafft und bald seinen Traumberuf ausüben kann.

 

 

Parvani R.

Absolventin der UKI Pflichtschule

 

„Die Zeit am UKI war die beste meines Lebens!“

 
 

Parvani wurde in Afghanistan geboren und kam 2011 nach Österreich. Im Jahr 2012 absolvierte sie den Pflichtschulabschluss am UKI. Die Zeit am UKI hat ihr besonders gut gefallen: „das war die besten Zeit meines Lebens!“ Sie hat viel gelernt und ist nun gut vorbereitet auf ihre berufliche Zukunft. Ihre private Situation ist jedoch leider kompliziert. Sie wendete sich mit ihren Problemen an die Pädagogen und Sozialarbeiter, die im Hauptschulabschluss tätig sind. Hier fand sie ein offenes Ohr für ihre schwierige Lage. „Die Lehrerinnen haben mir sehr viel geholfen und mich unterstützt.“Jetzt lebt sie in einer betreuten WG. Da sie gerne handwerklich arbeitet, macht sie nun eine Lehre zur Tischlerin. „Die Lehre ist super! Ohne Pflichtschulabschluss könnte ich keine Lehre machen." Aufgrund ihrer privaten Geschichte möchte sie gerne anonym bleiben. Wir haben ihren Namen geändert.

Johnstraße 4
1150 Wien

 

Öffnungszeiten

Mo-Do 8:30-16:30

Fr 8:30-14:30
office@uki.or.at
www.uki.or.at

 

Tel: +43/1/914 88 70-20
Fax: +43/1/914 88 70-27

http://www.uki.or.at/